Donnerstag, 26. Februar 2015

Rundumadum 1a (21.02.2015)

Bei der Netz-Suche nach interessanten Wanderrouten bin ich auf den Wiener Rundumadum-Wanderweg gestoßen. Schon länger spielte ich mit dem Gedanken, diese Runde um Wiens Grüngürtel einmal - zumindest streckenweise - auszuprobieren. Nachdem fürs Wochenende schönes Wetter angesagt war und meine Wanderlaune groß war, habe ich mich einmal darauf vorbereitet. Mein Freund zeigte trotz Warnung ("es ist aber sicher steil") Interesse. Das dauert zwar dann etwas, weil Trödeln seine Lieblingsbeschäftigung ist, aber es freute mich, wenn ich nicht alleine unterwegs sein musste. Am frühen Nachmittag waren endlich alle Samstagserledigungen geschafft und wir machten uns auf den Weg.

Anreise:

Mit der U1 zum Schwedenplatz, umsteigen in die U4 bis Spittelau - von dort mit der Straßenbahnlinie D nach Nußdorf.

Wanderweg:

Vom Bahnhof Nußdorf weg ging es zunächst entlang der Donaupromenade. Am Anfang ist das Wehr interessant, wo der Donaukanal von der Donau abzweigt. 

Nußdorfer Wehr
Auf ebenem Weg geht es idyllisch neben dem Fluß an diversen Hafenstellen vorbei bis man zum Kahlenbergdorf gelangt. 
Schiffanlegestelle Wien Nußdorf

Ab da wird es steil. Über den berühmt-berüchtigten steilen Nasenweg stapft man in unzähligen Serpentinen den Leopoldsberg hinauf. 
 
Weingartenhang neben dem Nasenweg
Aufgrund des schönen Wetters waren zahlreiche andere Spaziergänger unterwegs. Darunter auch eine größere Familiengruppe, die laut schnatternd mich etwas genervt hat, weil sie ständig direkt vor oder hinter uns wuselte. Der Versuch, sie bei einer längernen Pause, vorüberziehen zu lassen, erwies sich mehrmals als vergeblich, denn hinter der nächsten Kurve machten auch sie eine Pause, um sich beim Vorbeigehen wieder direkt hinter uns anzuhängen. Erst im letzten Viertel des Nasenweges konnten wir abzweigen und hatten diese Kreischkulisse hinter uns. Je höher man kommt, umso beeindruckender sind natürlich die Blicke auf Wien. 
Blick auf die Donau

Es überraschte mich positiv, wie mein Freund ohne zu Jammern diese steile Strecke bewältigt hat (Wahrscheinlich, weil er nun endlich seine Wanderstecken mitnehmen durfte und auch gut gebrauchen konnte). Auf dem Leopoldsberg lag noch einiger Schnee und rund um die Burg waren die Wege ziemlich vereist. Beim Rundgang um den Gebäudekomplex mussten wir feststellen, dass es hier oben - außer der Aussicht auf Wien - nichts sonst anzuschauen gibt. Das Gebäude ist zugenagelt - es gibt keinen Zutritt zur Kapelle, die ja weithin sichtbar ist. Dass es da schon eine lange Diskussion deshalb gibt, haben wir erst nach der Wanderung im Netz gelesen. Sehr schade und befremdlich, dass auf so einem schönen exponierten und geschichtlich wichtigen Aussichtspunkt nur eine zugenagelte Bude steht. 
kein Zutritt zum Burggelände möglich

Offenbar ist der Parkplatz am Leopoldsberg ein beliebtes Ziel für motorisierte junge Mitmenschen. Zunächst fährt man mit (Papas) protzigem Auto reifenquietschend die Höhenstraße rauf, um dann am Parkplatz eine mitgebrachte Pizza zu verspeisen. Dabei ist es auf dem Parkplatz selbst nicht so idyllisch schön.
Da der Tag schon zu weit fortgeschritten war, um noch weiter zu gehen, und die Sonne schon unterzugehen begann, beendeten wir hier die Tour.

Rückreise:

Laut Fahrplan hätte in 15min. der Bus 38A kommen sollen. Zur angegebenen Abfahrtszeit kam gar nichts. Zahlreiche Samstagsausflüger liefen ratlos immer wieder zur Fahrplantafel: Intervalle 30min.  10 min. später kam der Bus, jede Menge Leute stiegen ein, der Busfahrer stieg kommentarlos aus und zog einen Glimmstängel nach dem anderen durch. Währendessen wurde der Bus bummvoll und weil alle Türen offen blieben, ist uns so richtig kalt geworden. Mich hat verwundert, dass sich überhaupt niemand aufgeregt hat. Keine Durchsagen, keine Informationen. Alle haben es stoisch hingenommen und haben still vor sich hingezittert. Eine halbe Stunde dauerte es, bis sich endlich der Bus in Bewegung setzte. Bei der Fahrt durch Grinzing quetschten sich noch und noch Leute in den Bus, aber wärmer ist es nicht geworden. Nach einer halben Stunde hatten wir es in der Drängelei endlich bis zur U4 Station Heiligenstadt geschafft. 

Fazit:

Anstrengend wars, aber auch schön.

Weitere Bilder gibt es bei Flickr
Die Track-Aufzeichnung gibt es bei MotionX

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen