Donnerstag, 11. August 2016

Gelesen: Thomas Burger-"Sirius City of Vienna"-Band 2

Verlag: novum Verlag



Nach der Lektüre des ersten Bandes der Sirius City of Vienna - Delusion, die mir gefallen hat, musste ich mir gleich die Fortsetzung in meiner Stammbuchhandlung Freudensprung besorgen ... und es hat sich gelohnt.

Zur Handlung will ich gar nicht viel verraten - anfangs ist alles Friede, Freude, Eierkuchen. Die Bösen sind besiegt, die Hauptfigur ist der Held der Bevölkerung. Doch irgendwas stimmt nicht mit ihm - und schon ist man mit ihm auf einem merkwürdigen Horror-Psychotrip. Als es mir beinahe schon zuviel war und ich wie beim Beginn des ersten Teils nur Bahnhof verstand, gab es die überraschende Wende und den großen Aha-Effekt ... doch Achtung, bis zur letzten Seite ist dann noch weit und passiert noch viel Überraschendes. Der gesamte erste Band erscheint in völlig neuem Licht.

Das Buch habe ich regelrecht verschlungen und nach der letzten Seite fast atemlos die Lektüre beendet - mit dem angenehmen Nachklang, dass man vielleicht doch nicht alles verstanden hat, etwas überlesen hat und die beiden Bände - mit der Kenntnis der letzen Seite - noch mal von vorne beginnen müsste.

Ein empfehlenswerter Psychodystopiethriller, aber nichts für sensible Seelen.

Mittwoch, 3. August 2016

Gelesen: Thomas Burger - "Sirius City of Vienna"-Band 1

Autor: Thomas Burger
Titel: Sirius City of Vienna. Band 1. Delusion
Verlag: novum Verlag
ISBN: 978-3-99038-680-4


Beim Vorbeigehen an meiner Stammbuchhandlung Freudensprung sind mir die beiden Sirius City of Vienna-Bände in der Auslage aufgefallen. Sieht nach einem dystopischen Roman mit Bezug zu Wien aus - da bin ich neugierig geworden. Probehalber habe ich mir einmal den ersten Band gekauft.

Während der Lektüre der ersten 140 Seiten war ich sehr dazu geneigt, das Buch abzubrechen. Die Handlung beginnt in der Zukunft, wo bereits irgendetwas Heftiges in Wien passiert ist, irgendeine böse Macht hat einen Kampf verloren und die Hauptfigur, der Crackmaster, der eigentlich ein Held für die Bevölkerung ist, gerät völlig außer Kontrolle und Freunde stehen plötzlich auf der gegnerischen Seite. Aber wirklich klar ist gar nichts, vieles ist sehr surreal, ich hab es nicht einordnen können, ob das jetzt eine Szene mit Drogenrausch-Halluzinationen ist oder real. Vieles ergab keinen Sinn. 

Es fehlte nicht mehr viel vor dem Aufgeben, als das Buch ins Verständliche kippte: ein guter Freund des Crackmasters beginnt die Lebensgeschichte der Hauptfigur zu erzählen. Ab da wird es klarer: es ist die nahe Zukunft, die Stimmung in Wien ändert sich und wird unsicherer, aggressiver und gefährlicher. Eine sektenartige Bewegung nutzt die Ängste der Menschen und baut ein System der Überwachung auf. Der Hauptcharakter des Romans, ein friedliebener junger Mann, gerät in das Visier dieser Macht und lehnt sich gegen sie auf. Dies zwingt ihn zur Flucht, wo er sich monatelang auf seine Rückkehr vorbereitet, denn er erkennt immer mehr seine innere Mission.

Nun war es richtig spannend zu lesen. Der Autor greift viele aktuelle Themen auf und spinnt den Faden weiter, zu welcher Entwicklung sie führen könnten. Es ist auch nicht ein plumpes Schwarz-Weiß-Denken, sondern ein sehr komplexes Geflecht an Gesellschaftsstruktur, die er entwirft. Für zartbesaitete Leser ist das Buch nichts, denn da gibt es schon deftige Szenen und jede Menge Blut. Der erste Band hört - natürlich - bei einem Höhepunkt auf und führt noch nicht zur Erklärung und zum vollen Verständnis des ersten Teils des Romans. Aber bis dahin hat es im Großen und Ganzen gepasst....und darum habe ich mir schon Band 2 besorgt.

Ganz kleiner Kritikpunkt liegt im Lektorat - ich finde, dass an manchen Stellen durchaus etwas gestrafft hätte werden können und es sind ein paar auffallende Tipp- bzw. Autokorrekturfehler passiert. 

Fazit: Lesenswerte Hardcore-Dystopie



Donnerstag, 23. Juni 2016

Gelesen: Theodora Bauer-"Das Fell der Tante Meri"



Verlag: Picus Verlag

Die letzte Kaufentscheidung für dieses Buch war die Sendung "literaTOUR" bei ServusTV mit einem Interview der Autorin und darum ist es bei der Buchhandlung Freudensprung in meinen Einkaufskorb gelandet.

Handlung:

Drei Handlungsstränge winden sich durch das Buch:
Nach dem Tod seiner Mutter und der Tante Meri wird der naive Ferdl zum Notar wegen einer unerwarteten Erbschaft gerufen. Eine junge Frisörin erliegt den Liebesavancen eines SS-Hauptsturmführers. Nach dem Krieg versucht ein Deutscher auf der Flucht in Chile Gleichgesinnte zu finden.

Meinung:

Wie die Handlungsstränge zusammenhängen war mir schnell klar und darum hat sich die Spannung in Grenzen gehalten. Handwerklich ist das Buch zwar gut geschrieben, aber wirklich überzeugt hat mich das Buch nicht. Zum einen sind da einige konstruierte Ungereimtheiten und zum anderen ist mir überhaupt nicht klar, was die Autorin mit diesem Buch ausdrücken wollte - besonders nach der merkwürdigen Schlussszene.

Fazit: War ok - hat mich aber nicht begeistert.

Donnerstag, 16. Juni 2016

Gelesen: Daniel Kehlmann - "F"


Autor: Daniel Kehlmann
Titel: F
Verlag: Rowohlt Verlag
ISBN: 978-3-498-03544-0


Nachdem mir "Die Vermessung der Welt" von Daniel Kehlmann gut gefallen hat, ist mir dieses Buch in meiner Stammbuchhandlung Freudensprung in die Hände gefallen und ich habe es mir gekauft, es ist aber dann noch lange in meiner Bibliothek ungelesen gestanden.

Zur Handlung:

Drei Brüder verdingen ihr Leben damit, ihrer Umwelt auf jeweils spezielle Art etwas vorzumachen: der ungläubige Priester, der betrügerische Anlageberater und der fälschende Kunstkritiker. Der Weg eines Jungen, der sich mit ihren Lebenswegen kreuzt, wir das Schicksal der dreien durcheinander werfen.

Meine Meinung:

Ein ziemlicher Topfen. Mit diesem Buch bin ich nicht warm geworden. Es plätschert nichtssagend dahin und ich hab nicht verstanden, was das alles soll. Die Rolle des Vaters ist merkwürdig, die Betrügereien irgendwie platt und klischeehaft, die Figur der Marie vor allem am Ende komisch.

Kurzum - mir hat es nicht gefallen.

Montag, 30. Mai 2016

Gelesen: John Katzenbach-"Das Rätsel"


Titel: Das Rätsel

Dieses Buch ist mir aus dem offenen Bücherschrank in Altaussee (betreut von der Buchhandlung Buch&Boot) in die Hände gesprungen.


Zur Handlung:

In naher Zukunft ist die Kriminalität in Amerika völlig entgleist. Überall muss man mit Mord oder Überfall rechnen. Um dieser Gefahr zu entkommen hat sich ein Gebiet entwickelt, das völlige Sicherheit verspricht, aber unter Aufgabe von zahlreichen Bürgerrechten, wie z.B. Datenschutz und bei strenger Kontrolle und Überwachung. In diesem Gebiet treibt sich ein Serienmörder herum, was aber eigentlich nicht sein dürfte und darum wird der berühmte Psychologieprofessor herangezogen. Doch es bleibt kein alleiniges Problem der neuen Machthaber in diesem Gebiet, sondern wird zur gefährlichen Bedrohung der ganzen Familie des Psychologieprofessors.





Meine Meinung:

Dieser Psychothriller hat sich ziemlich gezogen und wirklich spannend fand ich ihn auch nicht. Die dystopische Vision einer von Gewalt zerstörten Gesellschaft und im Gegensatz dazu die "saubere" neue Gesellschaft ist ziemlich schwach geworden - das hat mich wenig beeindruckt. Auch die psychologischen Spielchen sind ständig nur Andeutungen und bedeutungsschwangere Phrasen. Der Hauptfiguren sind klischeehaft und schwammig. Die Wendungen und Überraschungsmomente wie auch der Schluss sind vorhersehbar. Außerdem hat der Autor ein ausuferndes Faible für Waffen, denn in langen Absätzen wird beschrieben, welche Waffe, welches Kaliber wofür besser ist - damit konnte ich weder etwas anfangen noch interessierte es mich.

Fazit: Schwach - hab schon besseres gelesen.

Montag, 23. Mai 2016

Sanfte Freiheit (22.05.2016)

WildUrb habe ich es zu verdanken, dass meine Wanderlust vor einiger Zeit erwacht ist und nach Abschluss der Rundumadum-Wanderungen möchte ich jetzt wieder einige Spaziergänge aus dem "Auslöser"-Buch Wien Geht 1 unternehmen.



An diesem sonnigen Sonntag stand die Tour "Sanfte Freiheit" auf dem Plan und ich hatte erfreulicherweise wieder meinen Freund als Begleitung an meiner Seite.


Anreise:

Da die U4-Linie wegen Sanierungen zwischen Hietzing und Hütteldorf gesperrt war, verließen wir uns spontan auf die aktuellen Empfehlungen der Wiener-Linien-App quando. Es ging zunächst mit der U-Bahn-Linie U1 bis zum Stephansplatz, dort Umstieg in die U-Bahn-Linie U3 bis zur Station Westbahnhof, wo wir ohne lange Wartezeit die Schnellbahnlinie S50 Richtung Neulengbach nahmen, die uns zum Ausgangspunkt Bahnhof Hütteldorf brachte. Wir hatten eine unerwartete schnelle und problemlose Anfahrt.


Wanderung:

Zunächst ging es vom Bahnhof aus über den Hackinger Steg über den Wienfluss. (Dieser Blick von oben auf Straße und Wienfluss gefällt mir immer wieder gut) Nach Passage des Franz Schimon Parks erreichten wir bald das Nikolai-Tor des Lainzer Tiergartens. An der Außenmauer entlang geschritten, sieht man einige schöne Villen (immer ein beliebtes Steckenpferd meines Freundes, in fremde Gärten zu "spechteln"). Zunächst alles harmlos - nur ein bisschen bergauf, bis wir zur Markwardstiege kamen (Beim Anblick fiel meine Begleitung aus allen Wolken und ich fürchte es stiegen traumatische Erinnerungen an die Wanderung auf dem Nasenweg hoch): Eine steile Treppe die weit hinauf bis zum Horizont reichte. 
Markwardstiege

Mit jedem geschafften Treppenstück hatte man aber einen immer schöneren Ausblick auf Wien und direkt neben der Treppe kann man auch einige moderne Villen bestaunen.
Nach Bewältigung dieser ersten Hürde erreichten wir die erste Wiese von Am Himmelhof und gönnten uns auf einer Bank etwas Pause mit einem schönen Blick auf Wien und philosophischen freundschaftlichen Gesprächen:

"Ist es nicht schön hier?"
"Jo eh.." *schnauf*
"So ein herrlicher weiter Blick"
"Mir ist heiß"
"Ist die Wiese nicht idyllisch?"
"Wo ist das Trinken?"
"Wir sind falsch - laut Buch ist da ganz am Anfang eine Abzweigung und wir müssten auf der unteren Seite der Wiese sein."
"Da war nix"
"Na dann gehn wir runter durch die Wiese"
"Da ist kein Weg"
"Egal - einfach durch"
"Ohne Weg?"
"Sicher - das ist lustig"
"Runter? - mitten durch das hohe Gras? - da seh ich nicht zum Boden und steig in ein Loch und brich mir was"
"Vielleicht ist da unten noch was Sehenswertes."
"Dann geh runter, mach a Foto - ich bleib hier sitzen und schau mir dann das Foto an."

Vorerst blieben wir auf dem eingeschlagenen Weg, doch schließlich war meine Überzeugungskraft stark genug, gemeinsam die Wiesen zu durchqueren um wieder auf den geplanten Weg zu gelangen. Wir stapften also durch das bis zum Bauch reichende hohe Gras bergab, um zum geplanten Weg zu kommen. 
Himmelwiese
Nach dem nächsten Wäldchen zeigte mein Navi - upps - die nächste Wiese quer durch wieder hinauf. Da es zwar etwas schweißtreibend war, aber doch sehr schön, blieb weiterer Protest meines Freundes aus. 

Es ging noch einige Zeit durch die Himmelwiese, um am Ende mit einem weiteren herrlichen Blick auf Wien belohnt zu werden.

Meine Begleitung war erfreut, dass wir nun wieder einen festen Waldweg entlang gehen konnten. Unser nächstes Ziel war das Gasthaus Lindwurm. (Meine Urgroßmutter arbeitete vor über 30 Jahren in diesem Gasthaus und hier tollte ich als Kind oft mit anderen unbeschwert auf der Wiese herum). Es war ein großes Glück, dass wir Platz fanden, denn es war wegen Familienfeiern und Sonntagsausflüglern bummvoll. Trotz der Masse an Leuten war das Service flott und fleißig, das Essen gut.

Nach dem Mittagessen ging es weiter durch das St. Veiter-Tor in den Lainzer Tiergarten. Nun war noch einmal eine Steigung zu bewältigen, um den wunderschönen Wienerblick zu genießen.
Wienerblick

Ab hier ging es ohne größere Anstrengungen quer durch den Tiergarten hinunter Richtung Nikolaitor.
(Zugegeben - ich habe meiner Begleitung gegenüber behauptet, ab dem Wienerblick ginge es nur mehr bergab und dies auch selbst geglaubt - was wiederum bei kleinen Erhebungen zwischendurch zu Diskussionen über die Formulierung "immer bergab" sorgte - für Gesprächsstoff war also gesorgt)
Das letzte Stück war der bereits bekannte Weg zum Bahnhof Hütteldorf.


Heimreise:

Dieses Mal probierten wir den Ersatzbus U4Z aus. Er fuhr bis zur U4-Station Schönbrunn, wo wir mit den U-Bahn-Linien wieder nach Hause reisten. Auch das ging unbeschwerlich.

Fazit: Hat mir sehr gut gefallen, vor allem die großen Wiesen und die herrlichen Panoramablicke auf Wien - aber weniger für bergauf-phobe Personen geeignet.

Den Track-Verlauf findet man bei WildUrb
Unsere tatsächlich absolvierte Strecke kann man HIER ansehen.
Bilder der Wanderung findet man bei Flickr.


Montag, 16. Mai 2016

Rundumadum 24 (Strebersdorf-Nußdorf) - letzte Etappe

Am Pfingstmontag mit sehr durchwachsener Wettervorhersage, jedenfalls "für die Jahreszeit zu kalt" marschierte ich die 24. Etappe des Wiener Rundumadum-Wanderwegs, um somit Wien komplett zu Fuß umrundet zu haben.

Anreise:

Von der U-Bahn-Station U1 Kagraner Platz fuhr ich mit der Straßenbahnlinie 26 bis zur Station Russbergstraße, die mein Startpunkt war.


Wanderung:

Nach Querung der Bahnlinie machte ich noch einen kleinen Abstecher und schaute beim 1. Wiener Fischereimuseum vorbei, doch die Zufahrtstraße war abgesperrt - also nichts zu sehen.
Von hier kommt man zum Marchfeldkanal und kann am Ufer gemütlich entlang spazieren. Dabei stieß ich auf ein etwas gruseliges Naturphänomen: 

Raupen am seidenen Faden
Manche Bäume waren komplett mit spinnwebenartigen Gebilden umhüllt und aus der Krone hingen lange dünne Fäden bis zum Boden. Bei näherem Hinsehen, konnte man unzählige Raupen erkennen, die an Seidenfäden sich vom Baum seilten.

Hubertusdamm
Nach einem schönen Weg am Marchfeldkanal führte ein kleines Straßenstück zur Brücke über die Donauuferautobahn A22 und man gelangt auf den Hubertusdamm. Hier hat man bereits die typische Donauinsel-Landschaft: Blick auf das Entlastungsgerinne der Donau, die Wiener Hausberge Kahlenberg und den Leopoldsberg. Man spaziert auf lang gezogenen asphaltierte Radwegen und am Wegesrand gepflegte gestutzte Natur mit vielen Liegewiesen. Es herrschte bereits reger, fast gefährlicher Sport-Verkehr: Radfahrer, Walker, Jogger, Gassigeher,... 

Entgegen der Route des Rundumadum-Wanderweges machte ich einen Abstecher (über eine bewaldete(!) Überbrückung) in den Jedleseer Aupark und das war ein guter Einfall, denn dieser Park hat mir sehr gut gefallen. 
Jedleseer Aupark


Es ist wie ein verwunschenes Stückchen Wald - etwas unheimlich, verwinkelt und verwachsen (ich hätte mich tatsächlich darin fast verlaufen). Es ist offenbar noch ein Rest des ursprünglichen Auwaldes. Inmitten dieses Parkes ist auch das O'Brian-Denkmal zu entdecken (aber es ist nicht so einfach zu finden).

Nach dieser Grünoase bin ich wieder zurück zum Hubertusdamm und auf der Jedleseer Brücke (hier sind lauter Schlösser von Verliebten am Brückengitter) auf die Donauinsel gestapft. 

Kirschenhain
Mein erster Weg führte mich zum Kirschenhain: viele junge Kirschbäume und dazwischen verschieden hohe Stein-Säulchen (sieht aus wie Termitenhügel - komische Installation, warum diese Säulen?).

Ab hier machte ich kehrt und folgte wieder den Wegweisern des Rundumadum-Wanderweges. Die Leute wurden mehr, viele (gut erzogene) Hunde auch oft dabei. Die in meinem Navi kurz vor der A22-Brücke angegebene "Andachtsstätte" habe ich nicht gefunden. Leider begann es zu regnen und genau als ich zur Donauüberquerung den Steinitzersteg entlang ging, begann es sogar leicht zu hageln. Man hat hier natürlich einen herrlichen Blick auf die Donau.
Donau vom Steinitzsteg


Am anderen Ufer geht es rundherum verwinkelt unter den Autobahnen hindurch schließlich noch über den Donaukanal. Nun war es keine weite Strecke mehr am Donaukanal entlang bis zur Schleuse in Nußdorf.
Schleuse Nussdorf




Somit ist der Kreis geschlossen - hier begann am 21.02.2015 meine Rundumadum-Wanderung.


Heimreise:

Mit der Straßenbahnlinie D geht es von der Station Nußdorf rasch bis zur U-Bahn-Station Spittelau.

Fazit: Es war schön, auch wenn die Donauinsel-Latscherei langweilig ist.

Bilder findet man bei Flickr
Die genauen Routendaten erhält man bei GPSies

Samstag, 14. Mai 2016

Rundumadum 22+23 (Stammersdorf-Strebersdorf)

Die Wettervorhersage für den Beginn des verlängerten Pfingstwochenendes war nicht gerade berauschend, aber es gab eine Wahrscheinlichkeit, dass die Regenfälle nicht so dramatisch ausfallen und so machte ich mich frühmorgens auf die Spuren der 22. und 23. Etappe des Wiener Rundumadum-Wanderwegs. Da der Endpunkt der 22. Etappe mit öffentlichen Verkehrsmitteln so schlecht zu erreichen ist, habe ich gleich die 23. Etappe angeschlossen.

Anreise:

Mit der U-Bahn-Line U1 zur Station Kagraner Platz. Von hier fährt die Buslinie 31A und an der Haltestelle Großjedlersdorf bin ich in den Bus 30A umgestiegen und bis zur Endstation Freiheitsplatz in Stammersdorf gefahren, was auch mein Startpunkt war.

Wanderung:

Zunächst ging es leicht bergauf die Erbpostgasse entlang, eine klassische "Hintaus-Straße" (Keller und Felder). Am Rendezvousberg knüpfte ich an meine vergangene Route an und spazierte zwischen Feldern Richtung Alter Pulverturm
Alter Pulvertum
(wenn ich richtig gelesen hätte, dass das eine Ortsbezeichnung ist und kein Denkmal, hätte ich nicht umsonst diesen mysteriösen Turm gesucht). 

Bereits auf dem Weg dorthin hat man eine wunderschöne weite Aussicht auf Wien. Auch ist die Strecke hübsch und nicht langweilig. Natürlich begann es genau hier zum ersten Mal ordentlich zu schütten. Glücklicherweise erwies sich meine Ausrüstung als regendicht und da es nicht zu kalt war, hat es mir nicht viel ausgemacht.
Weingärten und Fernblick auf Wien
Es ging weiter kleine Wege durch Wäldchen und immer wieder kann man einen schönen Fernblick haben, aber auch die Flora ist nicht zu vernachlässigen. Nach der "Alten Schanze" habe ich die kleine Abzweigung zum Aussichtspunkt verpasst (ich fand es halt grad lustig mitten im Regen "das Wandern ist des Müllers Lust" zu singen, weil weit und breit niemand war - da passt man auf sein Navi-Gerät nicht so auf). Die Weingärten waren häufig mit Elektrozäunen umgeben - offenbar greifen hier viele Spaziergänger auf die Trauben.
Erst beim Eichendorff-Denkmal begegneten mir im Regen wieder ein paar unerschütterliche Sportler.
Eichendorff-Denkmal
Ab hier ging es nur mehr bergab - vorbei am Magdalenenhof in das Erholungsgebiet Bisamberg und beim Zwischenzielpunkt Haltestelle Senderstraße hörte der Regen endlich wieder auf.
Nach viel Natur kam nun viel Kellergasse - der Weg war wegen der Pflastersteinstraße nicht so angenehm zu gehen.
alter Weinkeller
Nach dem Friedhof erreicht man wieder Siedlungsgebiet. Mit zwei Abstechern zur Johannes de Salle-Kirche und zur Pfarrkirche Maria Königin ging es Richtung Marchfeldkanal

Johannes de Salle-Kirche
Bei der Prager Straße hatte ich mich zunächst todesmutig über die stark befahrene Verkehrsader gewagt (um erst danach die Unterführung zu sehen) und bin kurz danach auf eine "Aus Sicherheitsgründen ist dieser Weg gesperrt"-Warnung gestoßen. Da ich nicht wusste, welche Gefahr drohte (wenn ich alleine unterwegs bin, will ich nichts riskieren), verwarf ich meinen ersten Gedanken, die Warnung zu ignorieren. Ich musste meinen geplanten Weg ändern und anders den Zielpunkt Bahnhof Strebersdorf erreichen.
Marchfeldkanal

Heimweg:

Mit der Straßenbahnlinie 26 geht es bequem zur U-Bahn-Station U6 Floridsdorf.

Fazit: Der letzte Abschnitt war zwar weniger spektakulär, aber sonst hat mir die Route - trotz Regen - sehr gut gefallen. Kann ich mir bei schönem Wetter noch beeindruckender vorstellen.

Bilder der Wanderung gibt es auf Flickr
Die genaue Route findet man auf GPSies

Dienstag, 10. Mai 2016

Gelesen: Haruki Murakami-"Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki"



Titel: Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki
Autor: Haruki Murakami
Verlag: Dumont
ISBN: 978-3-832197483

Fünf junge Menschen verbindet eine tiefe Freundschaft voller Harmonie. Plötzlich wird einer von ihnen, Tsukuru Tazaki, aus dieser Gemeinschaft ausgestoßen. Diese Verletzung hält bis weit ins Erwachsenenleben und erst die aufkeimende Beziehung zu einer Frau bringt ihn dazu, sich der damaligen Verwundung zu stellen und die Ursachen aufzudecken.

Nachdem ich vom Autor bereits die drei Bände von "1Q84" gelesen habe, die mir gut gefallen haben, ist mir der Autor in Erinnerung geblieben und deshalb habe ich zu diesem Werk gegriffen, als ich es in meiner Stammbuchhandlung Freudensprung gesehen habe.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Vor allem die Gefühlswelt, wenn man verstoßen wird, den Grund nicht kennt, sich Gedanken und eigene Erklärungen dazu macht und in Wirklichkeit Angst davor hat, die Wahrheit zu erfahren, fand ich sehr gelungen in Worte gefasst, ebenso wie die Einsamkeit und Leere eines Menschen. Es ist ein irgendwie ein leicht trauriges Buch, aber mit einem tröstenden Lichtblick. Viele Dinge sind nicht gelöst, weil einfach - wie im realen Leben - nicht alles aufgeklärt wird und vieles diffus bleibt. Die letzten Seiten waren etwas langatmig und so ganz hat mich das Ende nicht überzeugt, aber dennoch ein lesenswertes Buch.

Sonntag, 8. Mai 2016

Rundumadum 21: Gerasdorf-Stammersdorf (08.05.2016)

Endlich waren alle Bedingungen (Zeit und Wetter) richtig, um die nächste Etappe des Wiener Rundumadum-Wanderwegs zu absolvieren. An einem sonnigen Frühlingssonntag machte ich mich auf den Weg der 21. Etappe.

Anfahrt:

Mit der Linie U1 fuhr ich zur Endstation Leopoldau und von fuhr ich mit der Schnellbahnlinie S2 nach Gerasdorf
Es stellte sich mir die Frage, ob ich nach Gerasdorf noch mit der Kernzonen-Karte fahren konnte. Intensives Kartenstudium und die Ansage im Zug dürften meiner Meinung Recht geben: Gerasdorf liegt gerade noch in der Zone 100.

Wanderung:

Der Bahnhof Gerasdorf ist der Startpunkt und zunächst geht es eine Dorfstraßen-Allee, die Stammersdorfer Straße, entlang. Die zahlreichen blühenden Bäume machten den Weg sehr idyllisch und auch die vielen hübsch bepflanzten Vorgärten der Einfamilienhäuser sind nett anzusehen. 
Pfarrkirche Gerasdorf
Pumpstation

Nach einiger Zeit passierte ich die Pfarrkirche Gerasdorf (ich war nicht drinnen, weil ein Gottesdienst kurz bevor stand) und verließ nach der künstlerisch gestalteten Pumpstation die Hauptstraße. 

Der weitere Weg führte mich genau an den Rand zwischen letzter Häusersiedlung und Feldern entlang und ich hatte eine schöne Fernsicht.
In der Franz-Wallner-Gasse wanderte ich an einer großen Pferdekoppel vorbei und ab hier begegneten mir laufend Hunde-Gassi-Geher, Walker, Radfahrer und Läufer, aber von der angenehmen unaufdringlichen und rücksichtsvollen Sorge.
Kindergarten-Anlage

Nach der lustig bunten Kindergarten-Anlage bog ich ab in die Schulgasse und am anderen Ende erreichte ich eine Sportanlage mit einer großen Wiese davor. Komisch - die haben aber viele Sprinkler im Rasen - hupps - ein Sprinklerkopf hat sich bewegt. Nein! Das sind keine Sprinkler, das sind lauter Köpfe von Tieren! Das könnten Ziesel gewesen sein. Leider konnte ich nicht näher herankommen, bevor sie in ihren Bau wieder geflüchtet sind, freute mich aber über diese Beobachtung.
finde die Ziesel

Gleich dahinter liegt der, leider abgezäunte, Badeteich Gerasdorf, dessen Wasser sehr verlockend aussah. Leider gaben an dieser Stelle die Akkus meiner Kamera auf (schlecht vorbereitete Ausrüstung), aber schließlich hat man ja auch ein Smartphone mit Kamera dabei.
Marchfeldkanal
Nachdem der Badeteich passiert war, hatte ich schon den Marchfeldkanal erreicht. Ich ging über die Brücke auf die andere Seite des Kanals, wo es nicht so frequentiert war, aber ebenso schön zu gehen. Links das Wasser mit der botanisch reichhaltigen Fauna und Flora - rechts die Weiten der Äcker. Dieser Teil der Etappe hat mir sehr gut gefallen und fand es schade, dass ich schließlich den Kanal verließ. 
Es ging weiter die Tilakstraße durch eine kleine Siedlung entlang und dann wurde es enger, denn nur ein Fußtrampelpfad ging durch dichtere Bewaldung etwas einen Hang hinauf.
Fußweg neben Brünnerstraße
Man hört bereits dicht daneben die Autos auf der Brünnerstraße in der der Trampelpfad schließlich mündet (Vorsicht - die letzten Meter sind offenbar gern aufgesuchte Notdurft-Stellen).
Die Haltestelle Rendezvousberg ist das Ende der 21. Etappe des offiziellen Rundumadum-Wanderwegs um Wien. Da hier die Busfrequenz nicht berauschend ist, ging es für mich weiter und ich bog auf der anderen Seite der Brünnerstraße in einen durch ein Wäldchen führenden angenehm zu gehenden Weg, der "Alten Bahntrasse" und hier sah ich am Wegesrand auch einige Eisenbahnsignale.
Alte Bahntrasse
Es ging stetig leicht bergab und geradeaus, bis man schließlich bewohntes Stadtgebiet erreicht und am Ende bei der Haltestelle Stammersdorf landet.
Haltestelle Stammersdorf

Abreise

Ich hatte großes Glück, denn ich musste nicht lange auf den Bus der Linie 125 (Busunternehmer Dr. Richard) warten, der mich rasch wieder zur U-Bahn-Station U1 Leopoldau brachte.

Fazit:

Endlich wieder eine schöne Etappe-hierher komme ich gerne wieder.

Fotos dieser Wanderung findet man bei Flickr
Die genauer Route dieser Wanderung findet man bei GPSies

Gelesen: Gottfried Keller-"Spiegel das Kätzchen"



Titel: Spiegel das Kätzchen
Autor: Gottfried Keller
Verlag: Reclam Verlag
ISBN: 978-3-15-00709-2


Dieses kleine Reclam-Büchlein ist nach der Lektüre von "Der Schrecksenmeister" von Walter Moers bei mir auf der Merkliste gelandet. Mich hat offenbar damals das Originalwerk interessiert, auf das sich Walter Moers bezog. Erst nach Jahren habe ich es mir in meiner Stammbuchhandlung "Freudensprung" gekauft und jetzt gelesen.


Zur Handlung: Der Stadthexenmeister macht mit dem hungrigen Kätzchen Spiegel einen Vertrag, dass er die beste Verköstigung bietet, wenn er später das Katzenfett fürs Zaubern bekommt. Als der Zeitpunkt der Vertragserfüllung naht, ersinnt sich das schlaue Kätzchen eine List, um dem tödlichen Vertrag zu entkommen.

Dieses Märchen hat mir nicht so sonderlich gut gefallen. Die geschwollene Sprache ist manchmal etwas mühsam, aber man gewöhnt sich daran. Die Handlung selber fand ich sehr konstruiert. Es stört mich immens, wenn plötzlich etwas auftaucht, was vorher nie erwähnt worden ist und das - schwuppdiwupp, wie zufällig - der Schlüssel der Auflösung ist. Das sieht mir sehr danach aus, dass der Autor nicht mehr weiter wusste und er dann einfach irgendwas Neues oder irgendeinen Zufall  unplausibel reinschreibt, damit es wieder passt. 

Fazit: Klassiker hin oder her - es war nicht meins, aber zum Glück schnell zu lesen.

P.S.: Man kann es sich auch vorlesen lassen:


Sonntag, 1. Mai 2016

App-Test: Wien zu Fuß

App-Name: Wien zu Fuß
Version: 1.1.0
Testgerät: iPhone 6 (iOS 9.3.1)
Preis: kostenlos

Wo ich auf diese App aufmerksam gemacht worden bin, weiß ich nicht mehr. Da ich gerne zu Fuß gehe und so auch gerne die Stadt entdecke, hat es mich sehr gereizt. Vor allem fand ich die spielerische "Schatzsuche" interessant und habe mir daher die kostenlose App auf mein Smartphone geladen.

Der erste Testlauf verlief leider sehr enttäuschend. Die einzig akzeptable Funktion ist der Schrittzähler. Es geht darum, die von der WHO empfohlene tägliche Anzahl von 10.000 Schritten zu erreichen und dies wird in dieser App ganz passabel veranschaulicht und statistisch mittels Schrittkonto aufgezeichnet.

Der Routenplaner hingegen ist sehr holprig und schlicht - für meine Ansprüche leider unbrauchbar. Es gibt auch keine Routenaufzeichnung oder dergleichen.

Die "Schatzsuche"-Funktion, die mich besonders interessiert hätte, ist völlig unbrauchbar. Ich erwartete einfach einen spielerischen Anreiz, Punkte aufzusuchen, die man sonst nie gesehen hätte. In der Stadt verteilte "Diamanten" sollten angesteuert und eingesammelt werden. Mit Hilfe der Kamera und einem Plan sollte man auf diese zusteuern können. 



Leider startet bei der Kamera-Funktion (wo ich die Diamanten direkt als Augmented Reality entdecken sollte) ständig die Kalibrierung. Auch wenn man die Kalibrierung erfolgreich durchführt (aber hier bleibt die App oft hängen) und zur Kamera geschaltet wird, sieht man ein paar stockende Bilder und schwupps - schon wieder ist Kalibrierung gefordert.
Geht man auf die "Karte"-Ansicht und befindet man sich auf dem Punkt, wo ein Diamant einzusammeln wäre, weiß man nicht, wie das gehen soll. Geht man auf die "Schatzsuche"-Ansicht, dann kommt man wieder ins Kalibrierungsproblem. Aber zwischen all diesen Funktionen stürzt die App häufig ab und am Ende bleibt Frustration.

Auf der Homepage "Wien zu Fuß" des Betreibers steht, dass es bei der Schatzsuche von 6.5.2016-31.10.2016 etwas zu gewinnen gibt. Geht dann diese Schatzsuche-Funktion nur in diesem Zeitraum? Warum wird man dann nicht in der App darauf aufmerksam gemacht? In meinen Augen eine sehr stümperhaft ausgeführte App. 

Fazit: Klumpert. Ob ich dieser App nach dem 6.5.2016 noch eine Chance gebe und einen zweiten Testlauf mache, bezweifle ich. Es müsste schon 1a laufen, dass ich es nicht vom Gerät lösche. 

Samstag, 30. April 2016

Gelesen: Bernhard Aichner - "Totenhaus"


Titel: Totenhaus
Autor Bernhard Aichner
Verlag: btb-Verlag
ISBN: 978-3-442-75455-7


In der Altausseer Buchhandlung "Buch & Boot" wurde dieses Buch präsentiert und das gab den Kaufimpuls, jedoch nicht ohne vorher den ersten Teil "Totenfrau" der Totenfrau-Trilogie auch noch zu suchen und zu kaufen, denn ich beginne doch nicht mit dem zweiten Teil. Und meine Entscheidung war auch richtig so.

Die Handlung beginnt zwei Jahre nach den Geschehnissen des ersten Teils. Bestatterin Blum entdeckt in einer Ausstellung mit Plastinaten ein bekanntes Gesicht, was sie aus der Bahn wirft. Sie sucht die Angehörigen dieser Person auf, eine mysteriösen Familie, während zu Hause die Polizei Spuren ihrer vergangenen Verbrechen entdeckt. Brünhilde Blum ist auf der Flucht und muss sich gezwungener Maßen in die Hände geheimnisvoller Menschen begeben.

Der zweite Teil ist etwas anders als der vorhergehende. Während ich als Leser im ersten Teil die Handlungen der Hauptfigur nachvollziehen konnte (Jawohl! Gibs ihm, mach ihn fertig!), verhält sich diese im zweiten Teil immer absurder (Nein!! Oh Gott, warum macht sie DAS jetzt wieder?) und man verfolgt das Treiben nur mit einer gewissen Fassungslosigkeit (Die ist, glaub ich, gaga geworden). Anfangs bin ich nicht so ganz warm mit der Handlung geworden - diese Plastinationsgeschichte hat mich etwas skeptisch die Stirn runzeln lassen. Doch mit Fortschreiten der Seiten und da die Handlung immer abstruser wird, alles immer mehr in einen Strudel voller Verzweiflung gerät, hat sich meine Stirn geglättet und ich konnte natürlich diesen Thriller nicht mehr weglegen. Das Finale ist unerwartet und gelungen, aber es schreit richtig nach dem dritten Teil.

Wenn der erste Teil der Totenfrau-Trilogie gefallen hat, dann kann ich meine vollste Leseempfehlung auf den zweiten Teil ausweiten.




Mittwoch, 27. April 2016

Gelesen: Bernhard Aichner - "Totenfrau"




Titel: Totenfrau (1. Teil der Totenfrau-Trilogie)
Verlag: btb-Verlag
ISBN: 978-3-442-74926-3

Einmal im Jahr komme ich in die wunderschöne Buchhandlung "Buch & Boot" in Altaussee und kann natürlich nicht mit leeren Händen das Geschäft verlassen. Dieses Mal stieß ich auf diesen Thriller, von dem ich schon viel Positives gehört hatte und sobald ich zu lesen begonnen hatte, konnte ich nicht mehr aufhören. 

Es geht um die junge Bestatterin Frau Blum, deren häusliches Glück nach schwerer Kindheit ein jähes Ende hat, als ihr Mann bei einem Unfall ums Leben kommt. Beim Durchstöbern seiner Unterlagen stößt sie auf ein verstörendes Geheimnis.

Auch wenn sich meine Anfangsvermutung bestätigt hat und dadurch das Finale nicht so ganz überraschend war, hat das Buch mich in seinen Bann gezogen. Bis zur letzten Seite war es spannend. Es gab keine Längen, der Schreibstil zieht einen richtig mit. Es gab keine unnötigen Action-Szenen und auch keinen Provinzkrimi-Klamauk. Die Hauptfigur Blum war mir äußerst sympathisch, obwohl sie - dem Gesetz nach - eigentlich die Böse in diesem Spiel ist. 

Ein empfehlenswerter Thriller und ich werde den nächsten Teil der Totenfrau-Trilogie nicht auslassen.

Gelesen: Eli Pariser - "Filter Bubble"


Autor: Eli Pariser
Verlag: Hanser Verlag
ISBN: 978-3-446-43034-1

Auch dieses Buch habe ich mir aufgrund eines Artikels in "Die Presse" ("Literatur: Assange und Pariser über digitale Spione" v. Elmar Dumbs) gekauft. 
Da es nicht mehr lieferbar war und somit nicht in meiner Buchhandlung bestellbar war, habe ich über Booklooker ein gebrauchtes Buch erworben.  

Eli Pariser erörtert die Entwicklungen großer Anbieter im Internet, mit denen sie aufgrund komplexer Algorithmen die Personalisierung vorantreiben, um dem Anwender spezifischer und individueller zu bedienen. Der Nutzer gerät so in eine "Filterblase", wo er nur mehr Informationen und Angebote erhält, die seinem Profil, seinen vermeintlichen Interessen entsprechen. Der Autor sieht darin nicht nur Vorteile, sondern zeigt auch die demokratiegefährdenden Tendenzen darin auf, wenn private Großkonzerne Daten sammeln und sie auf undurchsichtige Weise verarbeiten und verkaufen.

Ich fand das Buch interessant, da es unaufgeregt aufzeigt, welche Entwicklungen sich etablieren könnten, wenn die Personalisierung und Datensammlerei ins Extrem getrieben wird. Mein Einwand ist, dass trotz aller Algorithmen eine perfekte und lückenlose Profilerstellung kaum möglich sein wird. Es wird immer eine löchrige Filterblase bleiben, denn sobald jemand anderer mit dem gleichen Account im Netz ist - wie es ja in gemeinsamen Haushalten durchaus vorkommt - oder wenn man für jemand anderen etwas googelt oder für jemanden anderen etwas bestellt u.dgl. wird sofort das Profil, das über mich erstellt wird, erschüttert und verwirrt.
Aber es ist ein lesenswertes Buch, das diskussionswürdige Tendenzen im Netz auch mit Rückblick auf die historische Entwicklung der Medien aufzeigt.