Samstag, 30. April 2016

Gelesen: Bernhard Aichner - "Totenhaus"


Titel: Totenhaus
Autor Bernhard Aichner
Verlag: btb-Verlag
ISBN: 978-3-442-75455-7


In der Altausseer Buchhandlung "Buch & Boot" wurde dieses Buch präsentiert und das gab den Kaufimpuls, jedoch nicht ohne vorher den ersten Teil "Totenfrau" der Totenfrau-Trilogie auch noch zu suchen und zu kaufen, denn ich beginne doch nicht mit dem zweiten Teil. Und meine Entscheidung war auch richtig so.

Die Handlung beginnt zwei Jahre nach den Geschehnissen des ersten Teils. Bestatterin Blum entdeckt in einer Ausstellung mit Plastinaten ein bekanntes Gesicht, was sie aus der Bahn wirft. Sie sucht die Angehörigen dieser Person auf, eine mysteriösen Familie, während zu Hause die Polizei Spuren ihrer vergangenen Verbrechen entdeckt. Brünhilde Blum ist auf der Flucht und muss sich gezwungener Maßen in die Hände geheimnisvoller Menschen begeben.

Der zweite Teil ist etwas anders als der vorhergehende. Während ich als Leser im ersten Teil die Handlungen der Hauptfigur nachvollziehen konnte (Jawohl! Gibs ihm, mach ihn fertig!), verhält sich diese im zweiten Teil immer absurder (Nein!! Oh Gott, warum macht sie DAS jetzt wieder?) und man verfolgt das Treiben nur mit einer gewissen Fassungslosigkeit (Die ist, glaub ich, gaga geworden). Anfangs bin ich nicht so ganz warm mit der Handlung geworden - diese Plastinationsgeschichte hat mich etwas skeptisch die Stirn runzeln lassen. Doch mit Fortschreiten der Seiten und da die Handlung immer abstruser wird, alles immer mehr in einen Strudel voller Verzweiflung gerät, hat sich meine Stirn geglättet und ich konnte natürlich diesen Thriller nicht mehr weglegen. Das Finale ist unerwartet und gelungen, aber es schreit richtig nach dem dritten Teil.

Wenn der erste Teil der Totenfrau-Trilogie gefallen hat, dann kann ich meine vollste Leseempfehlung auf den zweiten Teil ausweiten.




Mittwoch, 27. April 2016

Gelesen: Bernhard Aichner - "Totenfrau"




Titel: Totenfrau (1. Teil der Totenfrau-Trilogie)
Verlag: btb-Verlag
ISBN: 978-3-442-74926-3

Einmal im Jahr komme ich in die wunderschöne Buchhandlung "Buch & Boot" in Altaussee und kann natürlich nicht mit leeren Händen das Geschäft verlassen. Dieses Mal stieß ich auf diesen Thriller, von dem ich schon viel Positives gehört hatte und sobald ich zu lesen begonnen hatte, konnte ich nicht mehr aufhören. 

Es geht um die junge Bestatterin Frau Blum, deren häusliches Glück nach schwerer Kindheit ein jähes Ende hat, als ihr Mann bei einem Unfall ums Leben kommt. Beim Durchstöbern seiner Unterlagen stößt sie auf ein verstörendes Geheimnis.

Auch wenn sich meine Anfangsvermutung bestätigt hat und dadurch das Finale nicht so ganz überraschend war, hat das Buch mich in seinen Bann gezogen. Bis zur letzten Seite war es spannend. Es gab keine Längen, der Schreibstil zieht einen richtig mit. Es gab keine unnötigen Action-Szenen und auch keinen Provinzkrimi-Klamauk. Die Hauptfigur Blum war mir äußerst sympathisch, obwohl sie - dem Gesetz nach - eigentlich die Böse in diesem Spiel ist. 

Ein empfehlenswerter Thriller und ich werde den nächsten Teil der Totenfrau-Trilogie nicht auslassen.

Gelesen: Eli Pariser - "Filter Bubble"


Autor: Eli Pariser
Verlag: Hanser Verlag
ISBN: 978-3-446-43034-1

Auch dieses Buch habe ich mir aufgrund eines Artikels in "Die Presse" ("Literatur: Assange und Pariser über digitale Spione" v. Elmar Dumbs) gekauft. 
Da es nicht mehr lieferbar war und somit nicht in meiner Buchhandlung bestellbar war, habe ich über Booklooker ein gebrauchtes Buch erworben.  

Eli Pariser erörtert die Entwicklungen großer Anbieter im Internet, mit denen sie aufgrund komplexer Algorithmen die Personalisierung vorantreiben, um dem Anwender spezifischer und individueller zu bedienen. Der Nutzer gerät so in eine "Filterblase", wo er nur mehr Informationen und Angebote erhält, die seinem Profil, seinen vermeintlichen Interessen entsprechen. Der Autor sieht darin nicht nur Vorteile, sondern zeigt auch die demokratiegefährdenden Tendenzen darin auf, wenn private Großkonzerne Daten sammeln und sie auf undurchsichtige Weise verarbeiten und verkaufen.

Ich fand das Buch interessant, da es unaufgeregt aufzeigt, welche Entwicklungen sich etablieren könnten, wenn die Personalisierung und Datensammlerei ins Extrem getrieben wird. Mein Einwand ist, dass trotz aller Algorithmen eine perfekte und lückenlose Profilerstellung kaum möglich sein wird. Es wird immer eine löchrige Filterblase bleiben, denn sobald jemand anderer mit dem gleichen Account im Netz ist - wie es ja in gemeinsamen Haushalten durchaus vorkommt - oder wenn man für jemand anderen etwas googelt oder für jemanden anderen etwas bestellt u.dgl. wird sofort das Profil, das über mich erstellt wird, erschüttert und verwirrt.
Aber es ist ein lesenswertes Buch, das diskussionswürdige Tendenzen im Netz auch mit Rückblick auf die historische Entwicklung der Medien aufzeigt.

Donnerstag, 7. April 2016

Gelesen: Markus Walther - "Beatrice"




Verlag: Acabus Verlag
ISBN: 978-3-86282-401-4

Beatrice Liber betreibt nun erfolgreich das Antiquariat von Herrn Plana weiter, die ganze Straße erlebt frischen Aufwind und auch das Privatleben verläuft scheinbar harmonisch. Doch als der neue Geschäftsmann Quirinius auftaucht, werden alte Wunden aufgerissen. Eine erneute Reise durch das Buchland verspricht eine Lösung für Beatrices Seelenfrieden.

Der Leser darf sich auf die gelungene Fortsetzung von "Buchland" freuen. Es geht wieder in die unendlichen Weiten des Buchlandes mit neuen Charakteren und Begegnungen mit bereits bekannten Wesen, die um einige Facetten reicher werden. Man rätselt mit Beatrice, wer wohl dieser Quirinius sein mag und was er im Schilde führt und welche Bedeutung diese Reise durch das Buchland haben mag. Es wird einem fast schwindelig bei den vielen Ebenen, die in diesem Werk mitspielen: Realität, Fantasie, Querverweise, der Schreibende, der Lesende, Allegorien, Metaebene, .... aber es ist ein angenehmer, anregender Schwindel. Jede Szene, jeder Name ist nicht einfach so zufällig gewählt, sondern man könnte ständig verweilen, die Bedeutungen ergründen und beginnt eigene Gedankenfäden daran zu knüpfen. Aber die Neugier, wie die Geschichte weiter geht, reißt wieder los und der Leser wird belohnt mit einem stimmigen Finale - ein abgerundetes Ende und doch dem Fünkchen Hoffnung auf eine Fortsetzung.


Mir hat das Buch ausgezeichnet gefallen, denn es ist keine Aufwärmung der vorhergehenden Geschichte, sondern behandelt andere, eigenständige Schwerpunkte, auch wenn es wieder um Bücher, Schreiben und Lesen geht. 

Zusammengefasst: Volle Empfehlung - wem "Buchland" gefällt, der darf die Fortsetzung Beatrice nicht versäumen. 




Samstag, 2. April 2016

Änderung des Blog-Namens

Als ich mit diesem Blog versuchsweise begann, musste ich einen Blog-Namen wählen und ein erster Einfall war "wiedergekäut". Es sollte ein Bezug zu meinem Nickname weisserstier sein und einfach das Rekapitulieren von Erlebnissen symbolisieren. Aber schon bald gefiel mir dieser Blog-Name nicht mehr, denn irgendwie klingt er sperrig und sieht auch komisch aus - im Besonderen wenn man auf andere Medien verlinkt, dann kommen komische Assoziationen heraus.
Da die Motivation zum Blog-Schreiben - entgegen meiner Erwartungen - doch nicht bald eingeschlafen ist, habe ich mich entschlossen, einen gefälligeren Namen dafür zu nehmen: Diarium Albustauri
Die Bedeutung ist nicht schwer zu erraten: 

  • "Diarium" bedeutet Buch für Eintragungen, Notizbuch, Tagebuch
  • "Albustauri": mein Nickname latinisiert zu Albustaurus und zum Genitiv dekliniert
heißt also nichts anderes als "Tagebuch/Notizbuch des weissenstiers"