Donnerstag, 11. August 2016

Gelesen: Thomas Burger-"Sirius City of Vienna"-Band 2

Verlag: novum Verlag



Nach der Lektüre des ersten Bandes der Sirius City of Vienna - Delusion, die mir gefallen hat, musste ich mir gleich die Fortsetzung in meiner Stammbuchhandlung Freudensprung besorgen ... und es hat sich gelohnt.

Zur Handlung will ich gar nicht viel verraten - anfangs ist alles Friede, Freude, Eierkuchen. Die Bösen sind besiegt, die Hauptfigur ist der Held der Bevölkerung. Doch irgendwas stimmt nicht mit ihm - und schon ist man mit ihm auf einem merkwürdigen Horror-Psychotrip. Als es mir beinahe schon zuviel war und ich wie beim Beginn des ersten Teils nur Bahnhof verstand, gab es die überraschende Wende und den großen Aha-Effekt ... doch Achtung, bis zur letzten Seite ist dann noch weit und passiert noch viel Überraschendes. Der gesamte erste Band erscheint in völlig neuem Licht.

Das Buch habe ich regelrecht verschlungen und nach der letzten Seite fast atemlos die Lektüre beendet - mit dem angenehmen Nachklang, dass man vielleicht doch nicht alles verstanden hat, etwas überlesen hat und die beiden Bände - mit der Kenntnis der letzen Seite - noch mal von vorne beginnen müsste.

Ein empfehlenswerter Psychodystopiethriller, aber nichts für sensible Seelen.

Mittwoch, 3. August 2016

Gelesen: Thomas Burger - "Sirius City of Vienna"-Band 1

Autor: Thomas Burger
Titel: Sirius City of Vienna. Band 1. Delusion
Verlag: novum Verlag
ISBN: 978-3-99038-680-4


Beim Vorbeigehen an meiner Stammbuchhandlung Freudensprung sind mir die beiden Sirius City of Vienna-Bände in der Auslage aufgefallen. Sieht nach einem dystopischen Roman mit Bezug zu Wien aus - da bin ich neugierig geworden. Probehalber habe ich mir einmal den ersten Band gekauft.

Während der Lektüre der ersten 140 Seiten war ich sehr dazu geneigt, das Buch abzubrechen. Die Handlung beginnt in der Zukunft, wo bereits irgendetwas Heftiges in Wien passiert ist, irgendeine böse Macht hat einen Kampf verloren und die Hauptfigur, der Crackmaster, der eigentlich ein Held für die Bevölkerung ist, gerät völlig außer Kontrolle und Freunde stehen plötzlich auf der gegnerischen Seite. Aber wirklich klar ist gar nichts, vieles ist sehr surreal, ich hab es nicht einordnen können, ob das jetzt eine Szene mit Drogenrausch-Halluzinationen ist oder real. Vieles ergab keinen Sinn. 

Es fehlte nicht mehr viel vor dem Aufgeben, als das Buch ins Verständliche kippte: ein guter Freund des Crackmasters beginnt die Lebensgeschichte der Hauptfigur zu erzählen. Ab da wird es klarer: es ist die nahe Zukunft, die Stimmung in Wien ändert sich und wird unsicherer, aggressiver und gefährlicher. Eine sektenartige Bewegung nutzt die Ängste der Menschen und baut ein System der Überwachung auf. Der Hauptcharakter des Romans, ein friedliebener junger Mann, gerät in das Visier dieser Macht und lehnt sich gegen sie auf. Dies zwingt ihn zur Flucht, wo er sich monatelang auf seine Rückkehr vorbereitet, denn er erkennt immer mehr seine innere Mission.

Nun war es richtig spannend zu lesen. Der Autor greift viele aktuelle Themen auf und spinnt den Faden weiter, zu welcher Entwicklung sie führen könnten. Es ist auch nicht ein plumpes Schwarz-Weiß-Denken, sondern ein sehr komplexes Geflecht an Gesellschaftsstruktur, die er entwirft. Für zartbesaitete Leser ist das Buch nichts, denn da gibt es schon deftige Szenen und jede Menge Blut. Der erste Band hört - natürlich - bei einem Höhepunkt auf und führt noch nicht zur Erklärung und zum vollen Verständnis des ersten Teils des Romans. Aber bis dahin hat es im Großen und Ganzen gepasst....und darum habe ich mir schon Band 2 besorgt.

Ganz kleiner Kritikpunkt liegt im Lektorat - ich finde, dass an manchen Stellen durchaus etwas gestrafft hätte werden können und es sind ein paar auffallende Tipp- bzw. Autokorrekturfehler passiert. 

Fazit: Lesenswerte Hardcore-Dystopie